Die internationale Politik findet Anfang 2026, kaum, dass der Rauch der Silvesterraketen verzogen ist, viel Aufmerksamkeit. Aber Geopolitik ist nicht alles. Die Öffentlichkeit gehört nicht den Politikern – sie haben sie nur okkupiert!
Politik in den Ländern des Westens verkörpert das Christentum, dem die religiöse Komponente – das Herz der Gesellschaft – entzogen wurden. Verkürzt: Die EU ist der christliche Kadaver, dem das Herz herausgerissen wurde. Was kann er noch geben? Was kann die Gesellschaft von diesem Kadaver erwarten?
Alle Spuren des Göttlichen wurden aus dem öffentlichen Raum entfernt. Diese Feststellung ist alles andere als banal, denn im Alten Äon war Gott das Zentrum der Welt – Zentrum der Gesellschaft, der Religion und auch der Regierungstätigkeit. Einem „modernen“ Staatsmann darf man hingegen nicht mit Fragen nach dem Göttlichen kommen. Was bleibt dann?
Leben wird auf Biologie reduziert
Was übrig bleibt, ist das Leben und Wohlergehen der Masse. Reines körperliches Leben ist nun gemeint, das Leben der Menschen wird aufgefasst als Bios (die Maßnahmen gegen Corona zeigten es deutlich: das biologische Überleben ist das einzig Wichtige). Zu dieser Reduktion des Lebens auf Biologie kommt der Utilitarismus als Moral: die Masse hat Recht, denn viele haben mehr Gewicht als wenige, sagt der Utilitarist.
Zum Begriff „Bíos“ nur soviel: Die Tradition kennt Bios als Teilaspekt menschlichen Lebens, aber darüber hinaus war der Mensch auch das zóon logon echon, ein „Lebewesen mit Sprache“ bzw. ein „vernunftbegabtes Wesen“. Vernunftbegabtes Wesen, das ist die die Kurzformel des Humanismus. Die antiken Philosophen sahen den Menschen als ein Zwischenwesen an, der Mensch lebt zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen.
Hier schließt sich der Kreis: Der Mensch als zóon logon echon ist einerseits ein biologisches Lebewesen (durch den Körper) und auch ein göttliches Wesen (durch seinen Geist, seine Vernunftfähigkeit). Bios kennzeichnet den biologischen Aspekt. Heute wird in der Öffentlichkeit das Göttliche negiert. Heute wird der Mensch öffentlich verstümmelt.
Und nun erinnere dich!
- Jeder Mensch ist Schöpfer seines Lebens!
- „Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.“ verkündet die Göttin Nuit im „Buch des Gesetzes„.
- Anders gesagt: Jeder Mensch ist eine eigene Welt – man kann Menschenleben nicht gegeneinander rechnen.
- Das Bessere hat Vorrang vor dem bloß Guten! Anders wäre persönliche Weiterentwicklung nicht möglich, wäre die Vervollkommnung der Welt undenkbar.
Wo finden wir diese Grundsätze heute? Außer hier im Blog?
Für ein besseres Morgen sind sie essentiell. Heute wird „Bios“ als das ganze „Leben“ behauptet – dabei ist es die niedrigste humanoide Existenzstufe. In der Kabbala wurde diese Sphäre als Nephesch, die Tierseele, bezeichnet. Bios ist der Aspekt des Lebens, den der Mensch mit den Tieren und Pflanzen teilt.
Die niedrigste Stufe menschlicher Existenz? Das Thema ist allgegenwärtig und es gibt vertrautere Begriffe dafür als ‚bios‘ und jeder kennt sie zur Genüge: Die „Bürgerinnen und Bürger“ eines Landes werden öffentlich als „Arbeitnehmer“ und als „Verbraucher“ angesprochen.
Ist es dir schon aufgefallen: Wir sind in diesen Darstellungen Abhängige (vom Arbeitgeber) und Ressourcenvernichter (Verbrauch ist das Wesensmerkmal). Fatal, oder nicht?
Uns tagaus tagein so anzusprechen, ist ein übler Trick: Wer es immer hört, identifiziert sich damit. Wer sich damit identifiziert, fühlt sich schuldig. Wer sich schuldig fühlt, nimmt Böses, was ihm geschieht, als Strafe hin.
Die Öffentlichkeit dürfen wir nicht preisgeben! Im öffentlichen Raum finden wir als sprechende Wesen mit anderen Menschen zusammen. Wenn man gar keine Öffentlichkeit mehr hat, hat man verloren. Wir werden nur durch Menschen zu Menschen.
Was Du jetzt tun kannst
Wo kann jede/r praktisch anfangen? Erzähle deiner Freundin oder deinem Freund von der Magie. Pflege diese Kontakte. Stärke die magische Szene. Bekanntschaften pflegen, sich um seine Freunde kümmern.
Lese-Tipp: „Vita Activa oder Vom tätigen Leben“, von Hannah Arendt (Piper Taschenbuch). Sie schreibt über Arbeitnehmer und Verbraucher und versteht die Begriffe als eine Schablone für das Leben in unserer Gesellschaft. Für kritische Studien sehr zu empfehlen.