121 Jahre nach Zarathustra

a) "Gott ist tot"! - Versteh ich nicht.
"Gott sei's gelobt"! - so grüßt man sich.
(in Bayern)

b) Gott sei's gelobt? - Versteh ich nicht
Und tu ich nicht!
Gott ist tot! - Und aus dieser Gruft
erwächst der Dichter Pflicht!

c) Gott mag tot sein - aber
in der Sprache flackert sein letzter Schein.
Heute müssen wir konzedieren:
Nihilismus zersetzt auch diese Strukturen.

Konklusion und 1. Gebot:
Eine andre Grammatik tut not!
Erschaffen wir eine andere Sprache!
Und eine andere Menschenwelt,
damit sie sich lebendig erhält.

(Aus: Knut Gierdahl: Italienische Verse. Gedichte aus dem Süden, MultiWelt Verlag. VÖ: Februar 2017)

Italienische Verse - Gedichte
Tags: 
knut's picture

Über den Autor

Interessen: Thelema, Kunst, Gesellschaft. Ich will eine Welt, auf die ich mich freue, wenn ich mir vorstelle, dass ich sie später wieder betrete. Die jetzige taugt mir noch nicht. Der Blog ist ein Teil unserer groß angelegten MultiWelt Verschwörung:
Verführung, Ansteckung mit Phantasie, Austreibung von Stumpfsinn. Mehr darf ich noch nicht sagen :-)